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Optimismus beim Kulturabendessen in Torni

Sonstiges
Freitag, September 14, 2018 - 15:30

Optimismus beim Kulturabendessen in Torni

Das traditionelle Kulturabendessen der Aue-Stiftung fand wiederum am 16. August 2018 im Kabinett von Torni statt. Die Geschichte des Ortes als das Zentrum vieler Arten von Gesprächen und historischen Ereignissen und seine offene Sicht über die Dächer Helsinkis inspirierten wieder zu lebhaften und breitmütigen Diskussionen - über Europa und seine Herausforderungen in einer immer unsichereren Welt und darüber, was die Aue-Stiftung zur Verteidigung der liberalen demokratischen Werte und Institutionen tun könnte.

Die Hauptrednerin, Dr. Anna-Maija Mertens, Geschäftsführerin von Transparency International Deutschland, Berlin, sprach - im Licht deutscher Erfahrungen - über Transparenz und Offenheit demokratischer Institutionen, die für das Vertrauen und die Funktionsfähigkeit der Gesellschaft wesentlich sind (die Rede von Frau Mertens wird später im Blog erscheinen). Die Rolle von NGOs wie Transparency International als Hüter der Demokratie und Zivilgesellschaft ist extrem wichtig.

In diesem Sinne war die Rede von Frau Mertens, trotz ihre Bemerkungen über beobachtete Mängel und Versagen ermutigend und optimistisch: Fehler werden überwacht und angegangen!

Auch Dr. Sinikka Salo, Vorstandsvorsitzende der Aue-Stiftung, ermutigte in ihrem Grußwort zu Optimismus, der letztendlich die treibende Kraft für Verbesserungen und Reformen ist. Trotz vieler schlechter Nachrichten, die man täglich hört und liest, erinnerte sie, dass es auch Positives gibt. Ein Auszug aus ihrer Rede:

 

Zuerst möchte ich daran erinnern, dass wir alle statistisch gesehen in einer viel besseren Welt leben als je zuvor - mit weniger Armut, weniger Kriegen usw. Und wenn das ein wenig zu allgemein klingt, gibt es wunderbare konkrete Beispiele für Optimismus - die zunehmende Verteidigung westlicher Demokratien: Gestern (15.8.2018) verteidigten mehr als 300 US - Zeitungen in ihren Leitartikeln stark die Pressefreiheit und ihre Rolle für die westlichen Demokratien. Das war eine Antwort auf Präsident Trump, der die Medien den Feind der amerikanischen Bürger genannt hatte.

Und auch hier in Finnland:

Die Kommentare und Slogans, die von den finnischen Medien im Anschluss an das jüngste Trump-Putin-Treffen in Helsinki veröffentlicht wurden, waren ermutigend - die Verteidigung der freien Presse. Z.B. der offene Brief an beide Präsidenten, dass europäische Angelegenheiten nicht über die Köpfe der Europäer entschieden werden. Und die Werbung: Welcome to the land of free press! Und das Bürger-Event: Helsinki calling, usw.

Und auch die aktuelle Diskussion um die beiden Bücher über den Präsidenten der Republik („Sauli Niinistö – Mäntyniemen herra“ von Matti Mörttinen und Lauri Nurmi und „Sauli Niinistö – tasavallan presidentti“ von Risto Uimonen) unterstützt meines Erachtens die notwendige Rolle der Medien. In der westlichen Demokratie brauchen wir offene und transparente Institutionen und offene und faire Diskussionen über ihr Verhalten.

„Das Recht zu wissen“ ist ein zentrales Bürgerrecht. Es scheint mir, dass auch Finnen heute mehr Erklärungen und Argumente für die politischen Entscheidungen und Orientierungen wollen und verdienen - sei es in Bezug auf Außenpolitik, EU-Politik, Energiepolitik, Sozialpolitik (sogenannte Sote) usw.

Ich halte diese Art von offener, lauter Diskussion für eine notwendige Medizin gegen Nationalismus, Populismus. Deswegen bin ich sehr froh und auch optimistisch!

 

Das freudige Gespräch auf Deutsch am wunderschönen Augustabend in Torni dauerte bis in die späten Stunden. Das Hauptthema war auch die deutsche Sprache und ihr drohendes Verschwinden aus den Sprachkenntnissen der Finnen. Es wurden viele gute Ideen zur Verbesserung der Deutschkenntnisse vorgestellt. Die Aue-Stiftung will dies noch stärker angehen.

 

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Der Vorstand der Aue-Stiftung lädt jährlich ihre Beiratsmitglieder und die deutschsprachigen Botschafter zum Kulturabendessen ein.