Kulturabendessen im Torni

06.09.2019
Aue-Stiftung

Beim Kulturabendessen im Torni am 20.8.2019 wurde über die neue Strategie der Aue-Stiftung, den Klimawandel und die Verfassung der Weimarer Republik gesprochen.

Das diesjährige Kulturabendessen des Aue-Stiftung-Beirates war wie immer ein gesprächiges, Gedanken weckendes und warmherziges Treffen unter Freunden! Zur Veranstaltung, zu der der Vorstand eingeladen hatte, kamen fast alle Beiratsmitglieder sowie auch die Botschafter Deutschlands, Österreichs und der Schweiz.

Das Thema des Abends war selbstverständlich die Erneuerung der Aue-Stiftung. Die Stiftung hat sich über die Jahre von einer ‘familiären’ Organisation zu einer Gemeinschaft gewandelt, die einen größeren gesellschaftlichen Bereich abdeckt. Die Vision und Strategie brauchten eine Erneuerung, dem sich der Vorstand Ende letzten Jahres widmete. Nach vielen Gesprächen und einem Strategieseminar im Kreise der Aue-Stiftung, stimmte der Vorstand im Mai einer im Geiste Theodor Aues erneuerten Vision und Strategie, die die Tätigkeit der Stiftung in den nächsten 3 bis 5 Jahren lenken soll, zu.

Die Vorstandsvorsitzende Dr. Sinikka Salo präsentierte dem Beirat die im Sinne Theodor Aues erneuerte Strategie, deren Hauptlinie es ist, den Tätigkeitsfokus der Stiftung mehr in Richtung der Förderung der gegenwärtigen Wechselwirkung zwischen Finnland und dem deutschsprachigen Europa zu bewegen ohne dabei die traditionelle historische Forschungs- und Veröffentlichungstätigkeit der Stiftung, die auch erneuert werden soll, zu vergessen.

„Das Verhindern des Klimawandels, die Nutzung der Digitalisierung zum Besten unserer Gesellschaft, das Beschützen unserer Demokratie vor Fake News und Cyberangriffen sowie andere, schwer zu prognostizierende Entwicklungen erfordern Lösungen von Wissenschaft und Politik, aktive Beteiligung seitens der Bürgergesellschaft, seitens Organisationen und Betrieben. Hier brauchen wir europäische Zusammenarbeit und eine tief reichende Interaktion zwischen Finnland und dem deutschsprachigen Mitteleuropa. Hier kann und muss die Aue-Stiftung sich beteiligen. Die Aue-Stiftung will mit ihrer Tätigkeit die Glaubwürdigkeit Europas als verantwortungsbewusster Vorreiter der nachhaltigen Entwicklung und als Verteidiger der Werte liberaler Demokratie verstärken.“ So beleuchtete Sinikka Salo den Hintergrund der Strategiearbeit nachdem sie seitens des Beirates Ünterstützung für die Vorstandsarbeit bekam. Als Beispiele für derartige Projekte brachte Sinikka Salo die im letzten Jahr begonnenen Aue-Symposien („Worüber spricht man im deutschsprachigen Europa“) vor, deren Themen dieses Jahr der Klimawandel und die Klimapolitik waren. Für zwei Veranstaltungen der Aue-Stiftung kamen Experten hohen Grades aus Deutschland und der Schweiz zum Vortragen (Siehe Aue-Forum). Sinikka Salo berichtete ebenfalls über die praxisgerichteten Neuordnungen, die in der Stiftung im Gange waren, und die Tätigkeiten der Stiftung modernisieren sollen und wies auf die bald fertigen Webseiten hin, die mehr Information im Laufe der den nächsten Wochen liefern werden.

Zur Rede der Vorstandsvorsitzenden gehörte auch traditionell das Ansprechen einer positiven Entwicklung „in dieser unsicheren Welt“. Dieses Mal wurde auf Greta Thunberg und ihre zu Beginn des Jahres begonnene weltweite Bewegung und an Erwachsene gerichtete Petition, die den Druck für verändernde Maßnahmen erhöht haben, erwähnt. Die Aue-Stiftung war im kleinen Maß dabei: die wissenschaftlichen Symposien waren zur gleichen Zeit, als Greta sich an die Entscheider richtete und sie aufforderte auf die Wissenschaftler zu hören. Die Stiftung unterstütze auch die finnische „Faktbar“ (finn. Faktabaari), die als erste die Petition Gretas auf ihre wissenschaftliche Basis hin untersuchte und feststellte, dass sie ihre Hausaufgaben gut gemacht habe und für ihre Taten eine Nominierung für den Friedensnobelpreis verdiene. Hierfür wurde Faktabaari in einer Abstimmung der internationalen Faktencheckgemeinschaft unter die besten fünf Nachprüfer des Jahres gewählt. Die Unterstützung für Faktabaari kam durch die Ermöglichung der Einladung von Correctiv Faktencheck, einem deutschen Faktencheckpartner, zum 5. Jahressymposium von Faktabaari.

Den eigentlichen Vortrag des Abends hielt das Beiratsmitglied Prof. Hanner Saarinen mit dem Thema der Weimarer Republik und ihrer Verfassung, von deren Regelung im August 100 Jahre vergangen sind. (Sein Vortrag „Weimar 1919. Aufbruch oder Anfang vom Ende?“ wird später im Aue-Forum zu lesen sein.) Der Vortrag rief eine lebendige und vielseitige Diskussion hervor, war die Entwicklung der Weimarer Republik doch hinsichtlich der Demokratie auf vielen Ebenen sichtbar gewesen, als die jetzige Demokratie bewertet wurde.

Im großen Ganzen war die Stimmung am schönen Augustabend über den Dächern Helsinkis wunderbar – die offenen Gespräche entsprachen dem Geist der Stiftung. Das Anstoßen auf Theodor Aue, dem Gründer der Stiftung, war ein schöner Abschluss für den Abend!