”Finnland 100 Jahre – vivace, crescendo!” im Salon Dahlmann, Berlin

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Sonntag, Juni 18, 2017 - 00:00

Am Samstag, den 10.6.2017 wurde Finnlands 100-jährige Unabhängigkeit im Salon Dahlmann in Berlin gefeiert. Gastgeber der Veranstaltung war Timo Miettinen.  

Die Veranstaltung war Teil der Veranstaltungsreihe "Finnland 100 Jahre - vivace, crescendo!" der Aue-Stiftung, bei der die Stiftung gemeinsam mit lokalen Gastgebern Veranstaltungen für geladene Gäste organisiert, bei denen die finnische Geschichte und Gegenwart erörtert wird.

Paavo Lipponen

Im Salon Dahlmann erwartete die Gäste ein ausgesprochen vielseitiges Programm, zu dem auch das Kennenlernen der gerade im Salon Dahlmann eröffneten Kunstausstellung "Attempting Ideal", in der Päivi und Paavo Lipponen Kunstwerke junger finnischer Künstlerinnen und Künstler vorstellen, gehörte. Das eigentliche Programm war ernst: Der ehemalige Premierminister Paavo Lipponen hielt eine wichtige Rede zu den Beziehungen zwischen Finnland und der EU und erinnerte daran, dass es die finnische Linie war, bei allen entscheidenden Runden in der EU dabei zu sein. Diese Linie hat sich nicht geändert, und nun sollte sich Finnland aktiv an der Erneuerung der EU beteiligen, die nach den Wahlen in Frankreich und Deutschland intensiv beginnen wird. Der Ausgang der Wahlen in Deutschland hat Auswirkungen auf die Bürger und Bürgerinnen aller EU-Mitgliedsländer. Die Situation in der Welt hat sich schnell geändert und Europa muss sein Schicksal nun ernsthaft in die eigenen Hände nehmen, zitierte Lipponen die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Der Vorteil Finnlands ist es, in der Schlüsselgruppe zu sein und eine starke EU sowie die Deutschland-Frankreich-Achse in deren Mitte zu unterstützen.

Die Bedeutung von Kultur und Bildung für die Unabhängigkeit und Identität von Nationen ist besonders wichtig, wenn man an Finnland denkt. So haben Finnlands herausragende Künstler und Künstlerinnen in der Geschichte bewusst ein sog. nationales Erwachen erschaffen. Der Komponist und Musikwissenschaftler Benjamin Schweitzer stellte in seiner interessanten Rede die Geschichte und Gegenwart des finnischen Musiklebens vor und auch dessen Internationalisierung und dessen Wurzeln im deutschsprachigen Europa. Finnische Dirigenten von Sibelius und Schnéevoigt bis zu den Meistern der Gegenwart waren Kosmopoliten, wie in Vesa Siréns Buch "Finnlands Dirigenten" nachzulesen ist, welches die geladenen Gäste, gesponsert von der Würth-Gruppe, als Andenken mit nach Hause nehmen durften.

Der Abend wurde gekrönt von einem Konzert, bei dem junge finnische Sängerinnen und Sänger – die Sopranos Saara Kiiveri und Olga Heikkilä sowie Bariton Sampo Haapaniemi, begleitet am Klavier von Anni Laukkanen – finnische Lieder vorstellten. Zum Programm ”Nun reifen die Träume” gehörten Werke von Sibelius, Merikanto, Melartini, Kuula, Heiniö und Rautavaara. Das Konzert wurde ermöglicht durch die Unterstützung durch den Fond von Päivi und Paavo Lipponen (Kansan Sivistysrahasto).

Nach dem Konzert setzte sich der Abend mit angeregten Diskussionen fort, die in dieser Sommernacht noch lange im stilvollen Salon Dahlmann weitergingen.