Interessante Vorträge und Diskussionen beim traditionellen kulturellen Abendessen der Stiftung

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Freitag, Oktober 7, 2016 - 10:45

Das traditionelle Kulturelle Abendessen des Beirats der Aue-Stiftung am 18. August 2016 war wieder einmal inspirativ und regte zum Nachdenken an über Europa und die Beziehungen zwischen Finnland und dem deutschsprachigen Europa.

In ihren Grußworten erinnerte Dr. Sinikka Salo, die Vorstandsvorsitzende der Aue-Stiftung, daran, dass es auch in der heutigen global gesehen schwierigen Lage ermutigend ist an „Wunder Europas“ zu denken. Trotz ihrer Probleme ist die EU – die das erfolgreichste Projekt der modernen Zeit ist – „als Produkt“ weiterhin grundsätzlich gut und wichtig.

Als Volkswirtin betonte sie, dass wir ökonomische Reformen in allen Ländern brauchen, um Arbeit und Zukunftsperspektiven für junge Leute zu schaffen, wenn Digitalisierung, Robotisierung und das Internet der Dinge die Arbeit und den Arbeitsmarkt radikal verändern. Dazu brauchen wir „mehr Europa“, z.B. um die Möglichkeiten, die uns der Binnenmarkt der EU mit fast 500 Millionen Einwohnern bietet, besser zu nutzen. Mehr Integration brauchen wir auch, um Probleme jenseits der Staatsgrenzen zu lösen, wie zum Beispiel die globale Erwärmung oder Immigrationswellen.

Sinikka Salo erinnerte auch an die Notwendigkeit der Debatte über Werte. Die Europäer waren die ersten, die aus ihrer Bildung einen globalen Lebensstil gemacht haben, der die ganze Menschheit verbunden hat. Ihre Werte, Menschenrechte, bürgerliche Freiheiten sind, als Ziele universal, ein Maßstab für die Menschheit geworden. Daher sollte man jetzt nicht in Pessimismus verfallen, sondern es sollte jetzt weitergehen, für die Zukunft unserer Enkelkinder.

Schließlich erinnerte sie an das Erbe Theodor Aues, des Gründers der Aue-Stiftung, das uns alle verpflichtet „das Wunder von Europa“ zu schützen und (gemäß seinen Worte)  „aus geschichtlicher Vergangenheit Verantwortung für die Zukunft (zu) übernehmen und die Vielfalt und Verständigung des freien und demokratischen Europas (zu) fördern unabhängig vom Nationalstaatgedanken“.

„Statt Populismus und Egoismus verlangen die EU-Bürger und -Bürgerinnen von ihren Politikern Visionen“, war ihr Plädoyer.  

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Den Dinner-Vortrag des Abends zum Thema „Deutsch- Finnische Zusammenarbeit im Bereich der Technologischen Innovationen“ hielt unser neues Beiratsmitglied Prof.Dr. Marja Makarow.  Als renommierte Wissenschaftlerin mit langer Erfahrung in leitenden Positionen der Wissenschaftspolitik – in der Akademie von Finnland, im Gremium des „Millennium Technology Prize“, und auch in vielen Positionen in der EU –  konnte sie uns erzählen, dass die Zusammenarbeit zwischen Finnland und Deutschland, unseren beiden Tüftlervölkern, immer noch stattfindet, sowohl im akademischen Bereich, wo es Forscher- und Studentenaustauschprogramme gibt, als auch zwischen innovativen Firmen, wobei insbesondere die deutsche Mittelstandsfirmen im Fokus der Innovationszusammenarbeit stehen.

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Im Laufe des Abends hatten die Beiratsmitglieder auch die Gelegenheit, die Aktivitäten der Stiftung genauer kennenlernen, insbesondere im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2017 mit Finnland 100 Jahre dem 500jährigen Reformationsjubiläum. Beide Themen sind mit den deutsch-finnischen Beziehungen verbunden und daher auch für die Aktivitäten der Aue-Stiftung von Bedeutung.