„Germany and Finland – Strong Partnership in Industrial Internet Revolution“, Zweites Seminar der Aue-Initiative, Berlin, 11.11.2016

Aktuell
Mittwoch, Januar 11, 2017 - 22:15

Der Salon Dahlmann der Ensto-Familie Miettinen in Berlin – “Home of Arts and Creative Business” – bot einen hervorragenden Rahmen für ausführliche Diskussionen über eine engere Zusammenarbeit von Finnland und Deutschland im Bereich „Industrie 4.0“.

Als Fortsetzung des Kick-off-Seminars im vorangegangenen Jahr kamen 35 Experten aus beiden Ländern im Salon Dahlmann zusammen, um wieder miteinander über europäische Visionen der vierten industriellen Revolution zu diskutieren und um europäische Netzwerke bei Innovatoren und Firmen im Bereich „Robotik und Künstliche Intelligenz“ zu stärken.  Schon von der Agenda und Teilnehmerliste konnte man auf eine vielfältige Diskussion des Themas schließen: „The industrial internet/internet of things is pushing the boundaries of minds and machines”. Laut Prof. Dr. Wahlster (Link zu seinem Vortrag), einem der drei Gründer des Konzepts „Industrie 4.0“, wurde der Begriff von 2011 bis heute über 46 000-mal zitiert.

Schritt für Schritt ist das Thema auch in den Fokus von Regierungsprorammen sowie der Europäischen Kommission gerückt. Gleichzeitig wird jedoch zunehmend kritisiert, dass Europa zu langsam reagiert und z.B. nicht die notwendigen Schritte für eine gemeinsame digitale Plattform unternimmt.  Dabei könnte Europa in diesem Bereich eine führende Rolle einnehmen, insbesondere im Bereich der Maschinen und Anlagen. Dafür braucht es Engagement und schnelles Handeln: „Es geht um Teilnehmen oder Untergehen“.

Dr. Juha Heikkilä (Link zu seinem Vortrag) von der Europäischen Kommission warnte vor einer Fragmentierung und stellte die zahlreichen Pläne und Projekte der Kommission für ein digitales Europa vor. Ein gemeinsamer digitaler Markt und EU-weite Netzwerke für Forscher und Unternehmen sind beide notwendig, um eine Fragmentierung der EU zu verhindern und so zum Wohle Europas beizutragen. Es gibt viele Chancen, aber es müssen alle Kräfte mobilisiert werden, damit sich die Europäer besser auf die digitale Ära vorbereiten.

Die Teilnehmer forderten mehr europäische Verbindungen, die notwendig sind, um ein starkes Knowhow im Bereich der Digitalisierung, künstlichen Intelligenz und Robotik aufbauen zu können – Berlin-Brandenburg wurde als natürlicher Standort eines virtuellen Zentrums diskutiert, dass europäische Expertise im Bereich der industriellen Revolution des Internets bieten würde. Die deutsch-finnische Partnerschaft könnte in diesem Bereich Antriebskraft geben und so zum Zusammenhalt von Europa beitragen. Dafür sind konkrete Schritte erforderlich, für die hoffentlich auch die zwei Seminare der Aue-Stiftung Ideen gegeben haben. Ermutigend ist, dass als Folge dieser Seminare ein Projekt zur Systematisierung von deutsch-finnischen Verbindungen („matchmaking“) derzeit entsteht. Dafür hat Dimecc (www.dimecc.com) finanzielle Unterstützung von einer finnischen Stiftung bekommen. Im Moment läuft die Suche nach einem deutschen Partner und Ko-Finanzierer für das „IoT-matchmaking tool“.

Zum Organisationsteam des Seminars gehörten: Prof. Dr. Jürgen Kluge, Honorarkonsul von Finnland in Nordrheinwestfalen und Rheinland-Pfalz, Dr. Anna-Maija Mertens, Beiratsmitglied der Aue-Stiftung und Dr. Sinikka Salo, Vorstandsvorsitzende der Aue-Stiftung. Sponsoren waren: Aue-Stiftung, Teleste Corporation und Salon Dahlmann/ Timo Miettinen, Beiratsmitglied der Aue-Stiftung.