Bericht zum Luther-Seminar der Aue-Stiftung in Berlin, 29.8.2017

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Dienstag, September 5, 2017 - 22:15

Die Aue-Stiftung hat anlässlich des Jubiläumsjahres „500 Jahre Reformation“ am 29. August 2017 ein Seminar im Haus der Nordischen Botschaften „Felleshus“ in Berlin organisiert. Das Seminar war Teil einer Reise nach Wittenberg, die die evangelische Kirche Finnlands für die Mitglieder ihrer „Arvojen akatemia“ (Akademie der Werte) organisiert hat.  Beim Seminar dabei waren etwa 80 Teilnehmer, einschließlich der höchsten Führungsebene der Kirche.

Prof. Henrik Meinander, Universität Helsinki, und Botschafter René Nyberg waren die Referenten des Seminars. Zudem gab Botschafterin Ritva Koukku-Ronde einen Überblick zur Lage Deutschlands.

In seinem Vortrag ”Luterilaisuus ja pohjoismaisen hyvinvointiyhteiskunnan juuret” („Luthertum und die Wurzeln der nordischen Wohlstandsgesellschaft“) hob Prof. Meinander die Begründung der Wohlstandsgesellschaft auf dem lutherischen Ideal der Universalität der gesellschaftlichen Unterstützung hervor – in Verbindung mit dem Nationalstaat, der Demokratie und der Wohlstandsgesellschaft.

Botschafter René Nyberg, der u.a. in Moskau und Berlin stationiert war, sprach zum Thema „Suomi – Lutherin maa“ („Finnland – Luthers Land“). Er betonte, dass die von Martin Luthers Thesen ausgehende Reformation eine der größten Revolutionen der Weltgeschichte war, deren Wirkung nirgends so umfassend war wie im Norden. Er sprach auch zur Bedeutung des Luthertums für die Bildung der finnischen Identität im Vergleich zum hinter der Ostgrenze vorherrschenden orthodoxen Weltbild. Die Reformation und in deren Folge die Verbreitung der Lesefähigkeit im Schwedischen Reich, inklusive Finnland, vertiefte die Grenzlinie zwischen dem Osten und dem Westen weiter, die durch die unterschiedliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung noch verstärkt wurde.

Botschafterin Ritva Koukku-Ronde erläuterte vielseitig die wirtschaftliche und politische Lage Deutschlands. Der Vortrag war in Anbetracht der bevorstehenden Bundestagswahl (24.9.2017), in deren Folge auch neue Entwicklungen in der EU erwartet werden können, natürlich besonders interessant.

Einen Gruß der Aue-Stiftung an die Seminarteilnehmer übermittelte Sinikka Salo, Vorstandsvorsitzende der Stiftung. Erzbischof Kari Mäkinen sprach das Schlusswort. Als Moderator des Seminars fungierte Jukka Keskitalo, Kanzleichef der Kirchverwaltung.