Angeregte Diskussion beim Kulturellen Abendessen

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Donnerstag, August 13, 2015 - 18:00

Am Donnerstag, den 13. August 2015, trafen sich Vorstand und Beirat zum traditionellen Kulturellen Abendessen der Aue-Stiftung. Im Mittelpunkt einer angeregten Diskussion stand Philip Aminoffs Vortrag zum Thema „Deutsche Spuren im Leben einer finnischen Familie, Anekdoten aus fünf Jahrhunderten“  gemeinsam mit folgenden provokativen Gedanken Sinikka Salos aus ihrer Begrüßungsrede:

„Blühende Gemeinden und Zivilisationen sind nie die gewesen, die sich isolieren. Im Gegenteil, es sind die Gesellschaften, die offen sind und sich in kreativem Dialog auf der internationalen Ebene einbringen, die wohlhabend und kulturell reicher sind. Das gilt auch für Finnland.   

Am Anfang des Finnischen nationalen Erwachens in der Mitte des 19. Jahrhunderts hat man schon verstanden, dass sich unsere nationale Identität und die wahre Freiheit letztendlich nicht  in Einsamkeit und der Isolation entfaltet, sondern beim Teilnehmen und Übernehmen der Verantwortung in der Welt von vielen Perspektiven. Das ist genial beschrieben von Aleksis Kivi (1834-1874). In seinem beliebten Buch „Sieben Brüder“ leitet er die rebellischen Brüder, die zuerst als Lösung, um die erbärmliche  Welt zu vermeiden, in Isolation nach Impivaara gezogen sind, zurück in die zivilisierte Gesellschaft.

Ich hoffe und glaube, dass trotz der Tendenzen der Isolation in Impivaara, die wir heutzutage in Finnland finden, die Vernunft siegen wird. Wir müssen Vertrauen in unsere Geschichte üben und eine reifere Haltung auf uns nehmen als das, was wir sind: eine Nation, die seit Jahrhunderten auf europäische/ westliche Werte gebaut ist  und die diese Werte auch während der schwierigen Zeiten des Kalten Krieges pflegen konnte.“